ABAM dich meiner

Als revolutionäre Fütterungsmethode wird im Netz angepriesen, wie Hunde und Katzen früher ausschließlich gefüttert wurden. Damals gab´s noch keine Hundeforen und noch keinen coolen Namen dafür. BARF, das ist die Fütterung von rohem Fleisch, Früchten und Samen, ist seit einigen Jahren sehr verbreitet unter Hundebesitzern. Wie in jedem Bereich gibt es kein Allheilmittel für jeden. Dementsprechend vertragen viele Hunde Rohfütterung ganz gut, andere hingegen gar nicht. Dazu kommt, dass industrielles Fleisch mit vielen Schadstoffen und Medikamenten belastet ist, was für den Hund lebensgefährlich enden kann.


Eine Alternative muss her, die am besten auch einen coolen Namen mit vier Buchstaben hat. ABAM-steht für Abstauber Bekommen Alles Mögliche, was wir auch essen. Aber die Gewürze machen doch den Geruchsinn des Hundes kaputt und Zucker ist schlecht für Hunde! Bei den meisten Lebensmitteln verhält es sich wie bei uns Menschen, Zucker, Salz und Weißmehl in hohen Mengen ist schädlich. Darüber hinaus gibt es tatsächlich Lebensmittel, die nur für den Hund giftig sind: Zwiebelgewächse, Avocado, Trauben, Kakao und Xylith (Birkenzucker). Ich habe meinem Hund auch schon Essensreste mit gekochten Zwiebeln gegeben, also hier ist auch die Menge entscheidend, man muss es allerdings auch nicht herausfordern. Auch Knoblauch ist angeblich giftig für Hunde, nicht nur für Darmparasiten. Ich gebe meinem Hund ab und zu eine rohe Knoblauchzehe ins Futter als Darmkur, also auch hier entfaltet sich die giftige Wirkung nur in größeren Mengen. Ausgerechnet ein Tierarzt outet sich als ABAMER und als ob das nicht schlimm genug wäre füttert er den Hund auch noch vom Tisch. Mich stört es ja schon, wenn mich mein Hund beim Essen anschaut, Bellen, Fiepen oder Hochspringen während des Essens wären für mich undenkbar. Menschen sind bekanntlich verschieden, so erklärt Dr. Rückert, dass er inzwischen altersmilde sei, die Kinder aus dem Haus sind und seine Frau und er Freude daran hätten, den Hund zu verwöhnen, Großelternsyndrom offenbar.


Andere sagen, mein Hund ist doch kein Mülleimer! Ich hingegen habe was gegen Lebensmittelverschwendung und esse selbst alles auf, da ich lange Zeit ohne Tiere im Haus gelebt habe. Wenn doch mal was zu viel ist oder auf den Boden fällt, bringe ich es nicht fertig es wegzuwerfen, also sammle ich es und gebe es dem Hund zu seiner üblichen Fressenszeit. Ich möchte nämlich nicht, dass er jedes Mal, wenn ich esse in einer Erwartungshaltung ist, dass er danach was bekommt. Er soll ganz entspannt unterm Tisch schlafen, während ich in Ruhe esse.


Dr. Rückert scheint seinem Hund bei jeder Mahlzeit was abzugeben, wäre ansonsten auch unhöflich, er sitzt ja mit am Tisch. Aber auch Dr. Rückert füttert zusätzlich täglich Hundefutter, nicht ausschließlich ABAM. Der Hund bekommt also immer nur kleine Mengen und viel Abwechslung, daher besteht nicht die Gefahr, dass das Essen dem Hund schaden könnte, sofern man nicht permanent sehr scharf kocht, normaler Salzgehalt schadet nicht. Ein weiterer gesundheitlicher Aspekt ist, dass durch die permanente Fütterung der Zuckerspiegel immer auf und ab geht, wie bei Menschen, die permanent naschen. Am gesündestens ist es, erwachsene Hunde nur einmal am Tag zu füttern und ab und zu mal einen Fastentag einzulegen. Heilfasten machen viele Menschen, lassen aber in den wenigsten Fällen ihre Hunde daran teilhaben.



Quelle:

https://www.tierarzt-rueckert.de/blog/details.php?Kunde=1489&Modul=3&ID=19301