das Leben ist wie eine Massage

Am Wochenende auf einer Geburtstagsfeier saß ich neben der 77-jährigen Oma des Geburtstagskindes. Ihr Thema war - wie so oft - ihr vor fünf Jahren verstorbener Mann. Sie ist noch immer nicht über seinen Tod hinweg und der Schmerz wird nicht weniger, sondern Jahr für Jahr schlimmer nach ihrem Empfinden. Sie gibt mir immer Ratschläge für meinen Gemüsegarten und ich fragte sie, warum sie denn kein Gemüse mehr anbaut und es stellte sich heraus, dass sie den Garten meidet, weil er mit so vielen Erinnerungen an ihren verstorbenen Mann verbunden ist. Die Geburtstagsfeier fand in diesem Garten statt und sie war sehr in Gedanken versunken und hatte mehrmals Tränen in den Augen.


Als die Feier ein wenig vorangeschritten war, fing eine Frau an andere Partygäste zu massieren. Der Gastgeber wurde auch massiert, was nicht zu überhören war, denn er hat bei jedem Handgriff laut aufgeschrien bis er die Massage abbrach mit den Worten: Ich nehme lieber Aspirin, da sind die Schmerzen sofort weg und nach der Massage habe ich sogar noch mehr Schmerzen als vorher.


Da dachte ich: Genau das ist es, so leben wir unser Leben in jedem Bereich und eine Veränderung ist eigentlich nicht schwer: Ich muss genau da hin, wo der Schmerz ist. Wenn ich also einen Triggerpunkt entdecke, dann sollte ich diesen so lange bearbeiten, bis die Schmerzen aufhören. Bei einer Massage nur den Arm zu bearbeiten, der nichts schmerzt, ist vielleicht angenehm im Moment, bringt langfristig nichts und lässt die Schmerzen nicht verschwinden.


Die Heilung liegt im Garten begraben, da wo die Trauer hochkommt, denn nach den Tränen und den Schmerzen erinnern wir uns mit Liebe und Freude an die Verstorbenen und wir werden jede freie Minute im Garten verbringen wollen um uns mit ihnen verbunden zu fühlen und in schönen Erinnerungen zu schwelgen.


Am Ende der Feier knöpften wir uns den Gastgeber nochmal vor und er hat nach einigen Protesten die Massage über sich ergehen lassen. Die Arme zu beiden Seiten ausgestreckt, mit Tränen in den Augen, gab er ein Bild wie Jesus am Kreuz ab. Es hat ihn sicherlich sehr viel Überwindung gekostet, sich so schwach vor den anwesenden Frauen zu zeigen.


Es ist also gar nicht so schwer unseren Blockaden auf die Schliche zu kommen, sie zu lösen geht allerdings nicht ohne Schmerzen , so wie Heilung nicht ohne Erstverschlechterung geht, alles andere ist Verdrängung der Symptome.


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Am Ende des Tunnels warten unglaubliche Belohnungen.

Christian Bischoff, Motivationscoach



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