• Andrea

Der Ausweg beginnt im Geist

Der Ausweg führt aus einer Enge in die Weite. Er wird notwendig, wenn uns etwas den Weg versperrt und wir, um zu überleben und unsere Freiheit wiederzugewinnen, nach einem neuen Weg suchen müssen. Wir suchen ihn aber weniger mit Gewalt, denn solche Auswege fordern die einschränkenden Kräfte zur Gegenwehr heraus. Wir suchen ihn eher heimlich und strategisch. Zum Beispiel, indem wir auf die rechte Zeit warten und auf die günstigen Umstände. Auch darauf, dass die einschränkenden Kräfte zu weit gehen und dadurch an Kraft und Bereitschaft, sich uns entgegenzustellen, einbüßen. Auf einmal sind wir nicht mehr verfügbar. Wir haben uns anders orientiert und woanders Sicherheit und Halt gewonnen. Wir sind für die einengenden Kräfte schon so weit weg, dass sie uns nicht mehr einholen können. Der Ausweg beginnt im Geist. Er beginnt mit dem Entschluss, etwas Altes, das uns gefesselt hielt, hinter uns zu lassen, auch die von ihm noch erwartete Sicherheit, und uns anderswo neu zu orientieren und Neues zu beginnen. Als Nächstes gilt es, die verschiedenen uns zur Verfügung stehenden Wege gegeneinander abzuwägen und den für uns aussichtsreichsten zu wählen. Das ist der zweite Schritt nach dem Entschluss, das zu erreichende Ziel in den Blick zu nehmen. Danach kommt die sorgfältige Planung, wie dieses Ziel zu erreichen ist, ohne dass es zu viele Widerstände zu überwinden gibt. Die Schritte werden bereits anvisiert und eingeleitet, ohne dass wir sie bekannt machen. Wir sind auf dem Weg, ohne dass es auffällt. Während andere sich noch als sicher wähnen, dass sie über uns verfügen können, sind wir ihnen entkommen. Erst wenn wir schon fort sind, erkennen sie, dass sie ihre Macht verloren haben. Wie sichern wir unseren Ausweg? Indem wir von ihm kein Aufheben machen, also ohne ein Triumph- oder ein überhebliches Gefühl. Wir sind woanders, unabhängig und frei.

Bert Hellinger



Quelle:

Hellinger, Bert; : Mein Leben. Mein Werk, S. 69 f.



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