Der Sender macht die Musik

Aktualisiert: Sept 18

Im Studium habe ich mich mit interkultureller, also #intraspezifischer Kommunikation beschäftigt. Intraspezifisch bedeutet innerhalb einer Art, zwischen verschiedenen Kulturen in diesem Fall, aber immer noch innerhalb der Spezies Mensch. #Interspezifische Kommunikation, also zwischen 2 Gattungen, war in diesem Zusammenhang kein Thema. In der interkulturellen Kommunikation haben wir gelernt, dass die gemeinsame Sprache Voraussetzung, aber nur ein geringer Faktor für eine gelungene Kommunikation ist. #Körpersprache, Sitten und Gebräuche spielen eine große Rolle.


Für die Kommunikation zwischen Mensch und Hund bedeutet das, dass es nicht ausreicht, wenn der Hund die Begriffe und dazugehörigen Handlungen kennt. Wenn ich mit meiner Körpersprache etwas komplett anderes vermittle als verbal, ist der Hund verunsichert. Darüber hinaus ist es entscheidend, wer mit dem Hund kommuniziert, in welcher Beziehung steht er zum Hund und welchen #Rang hat er. Wenn der Flugbegleiter in Panik gerät hat das eine andere Aussage, als wenn lediglich ein Passagier die Nerven verliert. So erklärt sich auch das Verhalten von Krähen, wenn eine Krähe hektisch davonfliegt und alle anderen sitzen bleiben. Kurze Zeit später fliegt eine weitere Krähe genauso hektisch auf und alle übrigen hinterher.


Die gleiche Körpersprache hat eine komplett andere Aussage und Wirkung, da Kommunikation immer vom Rang abhängt. Die 2. Krähe war die ranghöchste, daher hatte ihre Botschaft eine Wirkung. So werden Aufträge vom Chef auch schneller bearbeitet als von einem gleichgestellten Mitarbeiter. Damit Kommunikation funktioniert, muss in einer Gesellschaft zuerst die #Rangordnung geklärt werden. Einen Befehl zu verstehen reicht nicht aus um ihm Folge zu leisten. Auf einen Rangniederen zu hören, dem es an Erfahrung und Kompetenz mangelt, kann in der Natur lebensgefährlich sein und einem im Berufsleben eventuell den Job kosten. So gesehen, ist es vielleicht nicht nur trotziges, freches Verhalten, wenn der Hund uns anschaut, genau versteht was wir wollen und sich dagegen entscheidet, es geht ja letztendlich um seine Existenz. Auf der anderen Seite hört man desöfteren von Hunden, die ihr Leben für ihren Menschen riskiert oder sogar verloren haben. Hat der Hund seinen niedrigen Rang akzeptiert, steht sein Leben nicht mehr im Vordergrund, sondern immer das Leben des Rudelführers, ohne den der Hund ja ohnehin nicht lebensfähig wäre. Hunde warnen und retten eventuell auch Kinder der eigenen Familie, würden allerdings nicht ihr Leben für ein rangniedrigeres Mitglied riskieren.