Gnadenbrot für´s Panikross

Aktualisiert: Sept 11

Ich weiß nicht, wie ihr das bisherige Coronajahr erlebt habt. Ich war bisher immun gegen die mediale Panikmache, was wohl daran liegt, dass ich generell keine Angst vor Krankheiten und dem Tod habe. Ich bin wohl kein ängstlicher Mensch, war meine Schlussfolgerung, als ich die panischen Menschen um mich herum beobachtete. Ich habe sicherlich andere Themen, Angst gehört definitiv nicht zu meinen Problemen. Eigene verdrängte Themen zu erkennen, ist deswegen so schwierig, weil man sie nicht sieht. Wenn man Situationen, die Angst machen permanent ausweicht um Angstgefühle gar nicht erst aufkommen zu lassen hat man auch kein Problem mit Angst, nur ohne.


Corona hat mich also nicht aus dem Sattel gehoben, ich brauchte ein höheres Hindernis, das mich zu Fall gebracht hat in einen tiefen Bach. So habe ich letztendlich den Entschluss für mich getroffen, das Panikross nicht mehr zu satteln. Es wird weder verkauft, noch zum Schlachter gebracht und auch nicht in den Stall gesperrt. Es hat aber immer noch seine Daseinsberechtigung und darf daher seinen Lebensabend auf der Koppel verbringen und einfach nur Pferd und frei sein, so wie es von Anfang an hätte sein sollen. Ich werde jeden Tag vorbeikommen und es mir anschauen, auch wenn es unangenehme Erinnerungen hervorruft. Ich bin ihm überhaupt nicht böse, das Pferd trägt überhaupt keine Schuld. Ich allein trage die Verantwortung, für das was passiert ist, aber nicht die Schuld. Ich bin ihm irgendwie auch dankbar, wir haben viel gemeinsam erlebt und die Erfahrungen haben mich geprägt. Es ist und bleibt ein Teil von mir.


Es wäre so leicht gewesen, dem Pferd schon viel früher sein verdientes Gnadenbrot zu geben, war´s aber nicht. Ich musste das weiche Brot erst hart verdienen.


Dein Leben läuft nicht verkehrt, weil die Angst da ist. Deine Angst ist da, weil in Deinem Leben etwas verkehrt läuft.

Mischa Miltenberger, Blogger und Mutmacher