Hör auf das Sofa anzuknabbern


"Einen kreativen Kopf zu besitzen ist schließlich ungefähr so, als halte man einen Border Collie als Haustier. Er braucht seine Aufgaben oder er wird einen riesen Ärger machen. Gib deinem Kopf etwas zu tun oder er wird sich selbst etwas zu tun geben und das könnte dir nicht gefallen. Es hat Jahre gedauert bis ich das verstanden habe. Aber es scheint tatsächlich so zu sein, dass wenn ich nicht aktiv etwas erschaffe, aktiv etwas zerstöre. Ich bin davon überzeugt, dass wir alle in unserem Leben etwas finden müssen, dass uns davon abhält, das Sofa anzuknabbern. Ob wir daraus nun einen Beruf machen oder nicht, wir benötigen alle eine Betätigung, die über das Alltägliche hinaus geht und uns unserer etablierten und einengenden gesellschaftlichen Rollen enthebt."

Diese Worte stammen aus der Feder der wunderbaren Bestseller-Autorin Elizabeth Gilbert.


Ich habe mich oft gefragt, warum es in einer Stadt wie München so viele Border Collies und Australian Shepards gibt. Logisch lässt sich das nicht so leicht erklären, denn wir treffen ja auch 95% unserer Entscheidungen mit dem Unterbewusstsein. Nahe liegen die Erklärungen, dass es sich um sehr hübsche Hunde handelt, die aus diesem Grund zu Modehunden wurden und sich Menschen leider im Vorfeld oft nicht über den Charakter und die Bedürfnisse einer Hunderasse informieren. Der Grund für den Wunsch, einen Hund in der Stadt zu halten, ist sicherlich auch die Sehnsucht zur Natur. Stadtmenschen haben oftmals nicht nur wenig Kontakt zur Natur, sondern auch wenig Kontakt zu ihrer eigenen Natur und somit auch zu ihrer Kreativität.


Wer meine Beiträge regelmäßig liest, dem dürfte nicht neu sein, dass uns unsere Haustiere, ebenso wie alle Menschen in unserem Umfeld, uns permanent den Spiegel vorhalten. So kann es die Aufgabe unseres Haustieres sein, uns täglich darauf hinzuweisen, unsere Kreativität endlich zu leben.



Quelle:

Gilbert, Elizabeth: Big Magic