Mexikanische Stuhlhunde

Wer den Film "Brüno" gesehen hat, erinnert sich sicherlich an das Interview mit Paula Abdul, die aus Ermangelung an Möbeln auf mexikanischen Stuhlmenschen Platz nehmen muss. Die Situation wird von Brüno noch mehr ad absurdum geführt, indem er Paula Abdul nach ihrem humanitären Engagement befragt. Wenn ich an mexikanische Hunde denke, kommen mir Chihuahuas in den Sinn, die spätestens seit Paris Hilton in Mode gekommen sind, was bei diesen Hunden wörtlich zu nehmen ist, da sie wie eine Handtasche als Accessoire unterm Arm getragen werden. Hunde werden nicht nur vermenschlicht, wie Babies behandelt, sondern auch wie Dinge, Modeaccessoires in diesem Fall. Sie werden in farblich passenden Handtaschen herumgetragen und ansonsten auch immer auf dem Arm gehalten. Der Hund wird in keinem Moment seines Lebens wie ein ausgewachsenes, reifes Lebewesen behandelt. Eigentlich ein ziemlich hart verdientes Futter, wenn man sein Leben lang als Gegenstand fungieren muss. Bei den mexikanischen Stuhlmenschen ist die Belastung sichtbarer, da sie die Last eines auf ihrem Rücken sitzenden Menschen ertragen müssen, die Chihuahuas müssen hingegen auf einem Menschen Platz machen, wie Paula Abdul, bei Kaffee und Kuchen, ein Hundeleben lang.


Absurd ist in diesem Zusammenhang auch, dass oftmals im Tierschutz engagierte Menschen ihre Tiere vermenschlichen oder gar verdinglichen und das Helfersyndrom sich nicht selten zu einer Tiersammelsucht (Animal Hoarding) auswächst, was mit kleinen Handtaschenhunden praktikabler als mit großen Hunden ist, jedoch nicht weniger belastend für die Hunde. Hinzu kommt der gesundheitliche Aspekt, da Chihuahuas wie alle kurzköpfigen Hunderassen am brachycephalen Syndrom leiden, das Atemnot, chronische Kopfschmerzen und Augenkrankheiten verursacht.



"Krankheit wird nur als solche erlebt, wenn einer kränker ist als der andere."

Erich Fromm, deutscher Psychoanalytiker, 1900 - 1980




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